Neverwinter = Anaria Lithan

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Quentin
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Neverwinter = Anaria Lithan

Post by Quentin » 28 Jun 2019, 00:36

Die Schritte auf dem Weg fühlten sich beschwerlich und endlos lange an, mit jedem Schritt kam Sie dem Hügelgipfel immer näher, Anaria konnte schon den oberen Rand des aufgebahrten Holzes für die kommende Zeremonie sehen.
Desto mehr sie von dem Scheiterhaufen sah desto schwerer vielen ihr die Schritte, selbstverständlich ließ sie sich nichts Anmerken, es würde sich für eine Sonnenelfe ihres Standes nicht geziemen vor den niederen Völkern auch nur den Ansatz einer Emotion zu zeigen und noch sah sie es als ihre Pflicht und als Ehre an dem Menschen mit dem sie so viel erlebt hatte und den sie Freund nannte seinen Traditionen gemäß zur ruhe zu betten.
Es waren vielleicht noch 30 bestenfalls 35 Schritte und sie begann sich daran zu erinnern wie es damals war und wie sie ihren langjährigen Freund kennen lernte, dabei standen die Zeichen damals unter keinem guten Stern, es war 61 Jahre her, für einen Menschen mehr als nur 1 Leben für eine Sonnenelfe ein flüchtiger Moment und doch kann sich Anaria ihren Erinnerungen nicht erwehren.

„Du bist sicher das du es Heute wagen willst?“
„Absolut, ich habe nicht umsonst die letzten 7 Monate diplomatisiert, gehandelt, verschoben und bestochen.“
„Dir ist aber schon klar, dass wenn du das nun riskierst und es Schief geht du vermutlich nochmal so viel Zeit investieren wirst müssen.“
Mit einem schweren Seufzer und einem etwas strengeren Blick drehte sich Anaria zu ihrem Cousin um „Es wird klappen, ich will endlich wieder meinen Badesee zurück haben.“
„Du könntest dir natürlich einfach einen anderen suchen.“
„Spinnst du, der See liegt Perfekt, sein Wasser hat immer Konstant 24,5 Grad, der Blick nach Westen fällt ab in ein wunderschönes Tal, dann noch der wunderbare Wasserfall der mit einem melodisch beruhigendes Rauschen seine Schönheit noch untermalt.“
„Tja, wenn du es so sagst,….“
„Eben, schlimm genug das ich die letzten Monate auf meinen See verzichten musste und das alles nur weil diese dämlichen kleingeistigen Menschen sich hier Dauerprügeln müssen.“
„Ich habe dir von Anfang an gesagt das du zu viel Aufhebens drum machst, du hättest hier genau so gut einmal mit einigen Wachen durch Maschieren können und der Fall wäre auch erledigt gewesen.“
Anaria kam nicht um her etwas zu grinsen „Daran sieht man mal wieder das du keine Ahnung von Menschen hast, die sind wie Ratten, tötest du sie kommen sie irgendwann in größerer Anzahl wieder.“
„Ja und dann kommst du halt nochmal und erlöst sie von ihrem Leid.“
„Das ist viel zu anstrengend, ich will nicht jedesmal wenn ich Baden will erst ein Blutbad veranstalten müssen, außerdem würde es die Schönheit meines Sees gefährden.“

Während Anaria mit ihrem Cousin Philosophierte kamen zu der Lichtung auf der sie saßen zwei Menschen, beide hätten Klischeehafter nicht sein können, der eine trug eine löchrige Lederkluft die von Kämpfen gezeichnet war, ein 3 Tagesbart stand ihm ins Gesicht und eines seiner Augen war tief rot und ein wenig gelbliche Flüssigkeit trat immer mal wieder aus.
Der zweite machte kaum einen besseren Eindruck, seine Zähne konnte man an einer Hand abzählen, die Kleidung in der er steckte konnte ihm unmöglich gehören, es handelte sich um eine Art Karavanen Händlerkleidung die ihm aber mindestens 1 Größe zu klein war da sein Bauch zwischen Ober und Beinkleid hervorquoll.

„So da sind die Herrschaften ja.“ Anaria sagte es mit so einem süßen schmelz in der Stimme dass es einem Wunder glich das sie sich nicht gleich an Ort und stelle übergeben hat.
„Na, sie haben mich und diesen nichtsnutzigen Schlächter immerhin her bestellt.“
„WAS HEIßT HIER NICHTSNU…...“ mit Griff zu einem Schwert welches den Ledergürtel zierte
„Aber bitte meine Herren, es ist alles in bester Ordnung, keiner muss hier irgendjemanden drohen oder sonst was.“ Anaria zog aus der Tasche welche ihr Cousin trug zwei Schriftrollen und überreichte diese den beiden Männern. „So damit sollten alle Besitzansprüche wie gewünscht geklärt sein und wie Vertraglich vereinbart ist der See Tabu für eure Klans oder was auch immer.“
Der Mann in der Lederkluft nickte und steckte sich die Schriftrolle in seinen Gürtel, der andere Wollte gerade etwas sagen als ein zischendes Rauschen durch die Luft schnitt, als nächstes war zu sehen wie den Kopf des Mannes ein Pfeil zierte, vorne rein und hinten raus.
Nahezu Zeitgleich drehten sich alle in die Richtung aus der der Pfeil gekommen sein musste, sie erblickten auf einem dicken Ast einen Mann welcher sich gerade den Bogen wieder um den Rücken legte, da war dann auch schon ein hysterisches Schreien zu hören „EIN HINTERHALT! LOS MÄNNER GREIFT AN!“ schon wurde die Lichtung von den verschanzten Gefolgsleuten der beiden Schriftrollenhalter gestürmt.
„Los komm Anaria wir müssen weg.“
„Hmm, was ja.“ mit Argwohn blickte sie in Richtung des Bogenschützen welcher ihr noch eine typisch menschliche Grußgeste entgegnete.
Nachdem sich Anaria und ihr Cousin abgesetzt hatte, zog Anaria ihr Schwert und fing an wie von sinnen auf einen Baum einzuschlagen „ARGH!!! VERDAMMTE MENSCHEN ICH HASSE EUCH ALLE!“
„Ach komm Beruhige dich wieder.“
„ICH SOLL MICH BERUHIGEN?! MEINEN SEE KANN ICH NUN VERGESSEN, DIE MACHEN DARAUS NUN EINE FEHDE! ABER ICH WERDE DIESEN SCHÜTZEN FINDEN UND DANN WERDE ICH IHN GANZ LANGSAM IN STREIFEN SCHNEIDEN!“

So begegneten sich Anaria und Jeremy das aller erste mal und Heute 61 Jahre später steht sie an seinem Grab und erweist ihm die letzte Ehre.
Tatsächlich hatte sie es geschafft, sie stand da und direkt vor dem Holzhaufen auf dem er Aufgebahrt war, sie wollte ihm eigentlich viele Worte auf seine letzte Reise mitgeben doch ihr versagte die Stimme, sie ergriff eine bandagierte Hand beugte sich vor und Küsste zum erstaunen aller anderen Anwesenden die Stirn ihres verschieden Freundes, dann trat sie zurück und versuchte sich möglichst unbemerkt eine Träne aus einem ihrer Augen zu wischen.

Quentin
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Re: Neverwinter = Anaria Lithan

Post by Quentin » 30 Jun 2019, 00:46

Die Beerdigung war knapp 2 Stunden her und Ariana schlenderte durch die Wälder welche Jeremy seine Heimat nannte. Obwohl die Freundschaft mit Jeremy nur sehr kurz war im Vergleich zu einem Elfenleben war sie dafür umso intensiver. Mit jedem Atemzug spürte sie immer noch Jeremys Präsenz in den Wäldern. Selbstverständlich war ihr klar das Jeremy schon lange vor seinem Tot nicht mehr durch die Baumkronen springen konnte da Menschen im Alter nun mal sehr gebrechlich werden und doch war es eindeutig das sein Geist den Wald noch immer irgendwie beseelte.

Nach knapp zwei Stunden erreichte Ariana ein Dorf dessen Dorfplatz einen kleinen Steinbrunnen der von einer knapp 2 Fuß großen Nixen ähnlichen Statue geziert wurde.
Zielstrebig ging sie auf den Brunnen zu und legte ihr Hand auf eine tiefe Kerbe welche sich im unteren Drittel der Statue befand.

„Oh je, Jeremy, das wir beide Freunde geworden sind gleicht einem Wunder wenn ich daran denke….“

Es war nun 2 Tage her das Arianas geplanter Handel scheiterte oder besser gesagt von einem Bogenschützen vereitelt wurde.
„Bitte Ariana, seit 2 Tagen sitzt du in deinem Zelt und studierst eine Karte der Gegend.“
„Es kommen 8 Plätze in Betracht wo der Schütze hergekommen sein könne, 3 davon sind Dörfer.“
„Und die 5 anderen?“
„Typische Plätze wo Gesindel lagern würde.“
„Ah ja,… und das folgerst du woraus?“
„Lebenserfahrung mein lieber Cousin.“
„Was heißt hier Lebenserfahrung? Du bist gerade mal 143 und damit gerade mal 17 Jahre älter als ich.“
„Eben.“
„Wie eben?“
„Ach, denk nicht drüber nach, lass uns lieber Aufbrechen.“
„Na von mir aus und wo gehts hin?“

Ariana stand auf und legte sich ihren Schwertgurt an, während sie ihre Rüstung noch etwas richtete sagte sie zu ihrem Cousin „In das Dorf“ dabei zeigt sie auf ihrer Karte auf einen kleinen gefärbten Punkt.

„Das ist fast 20 km von hier entfernt.“
„Ja und? Hast du angst das sich dein Pferd überanstrengen könnte?“
„Nein aber ich finde eine so lange Reise einfach unnötig nur damit du….“

Ariana funkelte ihn mit ihren tief orangenen Augen an, auf der Stelle verschlug es ihm die Sprache.

Es war bereits früher Nachmittag als Ariana und ihr Cousin in die Nähe des Dorfes kamen.

„Riechst du das?“
„Was genau meinst du?“ sagte Arianas Cousin mit fragendem Blick
„Dieser typische Gestank nach Menschenbräu und Körperflüssigkeiten.“
„Nein, zum Glück rieche ich es noch,…. Ach vergiss es.“ sagte er mit verzogenem Gesicht.

Als Ariana und ihr Cousin ins Dorf einritten ergatterten sie einige verwirrende Blicke. Ein Halbling, Zwerg oder auch mal der 1 oder andere Tiefling war nicht weiter ungewöhnlich aber Sonnenelfen und dann gleich 2 davon waren in dem Dorf doch eher ein exotischer Anblick.
Ein kleines Kind welches die Hand seiner Mutter hielt zeigte auf die beiden und fragte „Mama, was sind das für schöne Menschen?“
„Pssst, das sind Sonnenelfen, komm jetzt.“
„Mama, ich will wenn ich groß bin auch so eine schöne Sonnenelfe werden.“

Während sich Arianas Cousin über die Aussage des Kindes doch amüsierte schien sie selbst es gar nicht richtig wahr zu nehmen. Sie streckte ihren Hals und sah sich um ob sie irgendjemanden für sie verdächtigen erhaschen konnte.
Die beiden kamen mit ihren Pferden vor einem recht großen Gebäude stehen über dessen Tür ein Schild angebracht war mit dem Schriftzug >ZUM ELCHKELCH<. Alleine schon der Geräuschpegel und der Geruch ließen keinerlei zweifel daran was das für eine Art von Taverne war.
Die beiden banden ihre Pferde fest und betraten die Taverne, einige blickten ungläubig auf widmeten sich dann jedoch wieder ihrem flüssigem Glücklichmacher.

Eine gut beleibte Frau stand hinter dem Tresen und blickte die beiden Elfen musternd an bevor sie sagte „Kommt nur rein und setzt euch, ich bediene euch auch, wenns denn sein muss.“
Ariana war obwohl der Aussage ein wenig irritiert, sie war schon so einiges von Menschen gewöhnt. Feindseligkeit, falsche Freundlichkeit, auch Buckelei aber so erfrischend ehrliche Worte hatte sie überhaupt noch nicht von einem Menschen vernommen. Es waren auch weniger die Worte sondern mehr die Art und weise wie die wohl genährte Frau es sagte.

Ariana und ihr Cousin gingen vor zum Tresen, nahezu Zeitgleich stellte die dicke Frau jeden einen Humpen mit einem Bräu hin „Ja ihr seid besseres gewohnt und ja es wird für euch vermutlich wie der Urin eines beliebigen Tieres schmecken, aber es kostet euch trotzdem wie jeden anderen 5 Kupferlinge.“
Ariana blinzelte einige male und wendete sich dann in den Gastraum, unterdessen griff ihre Cousin zu dem Humpen und nahm einen Schluck, immerhin musste er es ja sowieso bezahlen.

„Hört mal her, ich suche einen Mann der,...“ schon wurde Ariana unterbrochen
„HEY ICH BIN DEIN MANN SCHÄTZCHEN!“ lallte einer der Anwesenden Gäste.
„BLÖDSINN, NIMM MICH ICH HABE WAS DU SUCHST!“ grölte ein anderer.
„KLAPPE ALLE MITEINANDER!“ Schrie Ariana unelfengleich in den Raum und fuhr dann fort.
„Ich suche einen Bogenschützen, er war weiß gekleidet und von langer dünner Gestalt.“
Ein Schweigen zog sich durch den Raum, ein Schweigen das eindeutig zeigte das zumindest ein paar Anwesende wussten vom wem die Rede war.
„Der jenige der mir sagen kann wo ich diesen Kerl finde bekommt diesen Beutel hier.“ Sie hielt einen kleinen Beutel hoch „Hierin befinden sich 10 Goldmünzen.“

Ein Mann der hinter Ariana saß war im begriff auf zu stehen und etwas zu sagen doch der Blick dem ihm die Besitzerin der Taverne zu warf ließ ihn ganz schnell wieder zurück in den Stuhl fallen.
„Niemand? Wirklich niemand?“ fragte Ariana als plötzlich jemand durch die Tür trat.

„Hey Marina wir sollten schnell die,….“ sein Blick viel auf die Elfe, die Elfe erblickte den Mann in der Tür. Jeremy dachte sich genau in diesem Moment in etwa sowas wie >oh fuck<. Ariana rief nur „HAB ICH DICH!“ Sie ließ den Beutel fallen und zog ihr Schwert als sie bereits auf ihn los Stürmte.
Jeremy sprang augenblicklich zurück und Ariana hinter her aus der Taverne, ihr Cousin ließ es sich nicht nehmen noch schnell den zweiten Humpen zu leeren bevor er seiner Cousine folgte.

„Hey, was hast du denn, ich habe dir nichts getan!“ sagte Jeremy während er einem Schwert hieb nach dem anderen ausweicht.“
„DU HAST MICH UM MEINEN LIEBLINGSORT GEBRACHT!“
„Was wie jetzt?“ fragte Jeremy als er mit dem Rücken an die Statue des Dorfbrunnens stieß.
Erneut dachte er sich etwas ähnliches wie >oh fuck< da sah er schon wie das Schwert der Elfe auf ihn zu raste. In letzter Sekunde ließ er sich Fallen und das Schwert schlug mit voller Wucht auf die Brunnenstatue. Das Schwert schlug eine tiefe Kerbe und verkeilte sich in der Statue so das Ariana einige Momente benötige um es wieder heraus zu bekommen.
Jeremy rollte sich weg und stand wider auf „Was immer du auch meinst das ich dir weggenommen habe, können wir das wann anders klären? Es sind etwa 12 Banditen hier her unterwegs und ich habe echt wichtigeres zu tun als mich mit dir zu Streiten.“
„INTERESSIERT MICH NICHT! DU BIST SCHULD UND ICH WEISE DICH DAFÜR IN DEINE SCHRANKEN.“ Schrie sie erzürnt und bekam dann endlich das Schwert frei.

Selbstverständlich haben sich rund um die beiden mehrere Schaulustige versammelt, bis es einem der Zuschauer aufging „Hat er Banditen gesagt?“ es dauerte keine 10 Sekunden und es brach eine Art Panik aus die Marina jedoch zu unterbinden Verstand. „NA STELLT EUCH NICHT SO AN IHR WISST JA WIES LÄUFT!“ rief sie und begann Frauen und Kinder einzusammeln um sie nahe beim Steinbruch zu verstecken.

Erneut Stürmte Ariana auf Jeremy los welcher immer noch bemüht war die Elfe zur Vernunft zu bringen.
„Was soll das? Hast du es nicht kapiert? Es taucht hier gleich ein Rudel Banditen auf also könnten wir das hier bitte vertagen?“
„ICH SAGTE DAS IST MIR EGAL !“
„SPINN DOCH NICHT, WEIßT DU WAS DIE MIT DIR MACHEN WENN SIE DICH KRIEGEN?“
Ariana hielt Inne und ging in eine etwas lockerere Haltung, es war beinahe zu sehen wie sich über ihrem Kopf Zahnräder zu drehen begannen.
Da waren schon die Hufe der Pferde zu hören, die verbliebenen Leute im Dorf begannen sich umzusehen und schon standen 14 Fremde im Dorf welche sofort einen großen Bogen um den Dorfplatz mit dem Brunnen zogen.
„Na toll, jetzt haben wir den Salat.“ sagte Jeremy seufzend.
Ariana packte ihr Schwert wieder etwas fester und ging in Eindeutige Kampfposition während die Fremden Banditen von ihren Pferden abstiegen und den Kreis enger zogen.

Ariana nahm ihre Hand von der Furche auf der Statue und fuhr sie noch einmal mit ihrem Zeigefinger nach. „Ohne dich wäre ich zwar nie in so eine Situation gekommen, aber ebenso wenig auch wieder raus gekommen.“ sagte sie leise zu sich selbst und ging dann in Richtung Taverne.

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