Starrunner

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Tom
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Starrunner

Post by Tom » 24 Mar 2020, 19:43

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Schiffe:
Mercury Starrunner - kleines (Daten)Kurierschiff, extrem wendig, recht schnell und mit viel High-Tech, 3-6 Mann Besatzung
Vulcan - Tanker für Raum-Jäger und mittlere Raumschiffe
Idris - militärische Fregatte
Gladius Valiant- Raumjäger, Einsitzer
Nautilus - Minenleger

Rassen:
Menschen - Menschen eben
Xi'an - langlebige Alienrasse, seit einiger Zeit loser Frieden mit den Menschen
Hadesianer - beinahe mythische Alienrasse, vor ca 300000 Jahren ausgestorben/verschwunden

Personen:
Rye - Captain und Chefin einer kleiner Schmugglercrew; Mensch, weiblich
iVetu: Copilot und Bordschütze, Xi'an, männlich
Ike - Bord-Ingenieur, Mensch, männlich

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Starrunner

»Ike, wo zum Teufel bleiben die Jammer?«
Rye, die junge Frau und Captain des kleinen Mercury Starrunners, der in der Logfiles des örtlichen Systems als ESR Scarlett Johanson aufgelistet war, schaute über ihre Schulter, als könnte sie ihren Partner so sehen, obwohl er zwei Schotts weiter und ein halbes Deck tiefer versuchte, das frisch erworbene Alien-Gerät zu aktivieren.
»Ich habe Dir gesagt, dass ich mindestens noch zwei Tage brauche, um diese ET-Tech mit den Systemen des Schiffes abzustimmen!« Er klang einigermaßen gelassen angesichts der heiklen Situation. Immerhin kannten er und Rye sich schon eine ganze Weile und das war nicht ihr erstes Ding was drohte, sich von einem ernsten Schlamassel in eine ausgewachsene Katastrophe zu verschlimmern.
Der Einschlag einer Energiewaffe ließ die Schilde für einen Millisekunde ausfallen und diverse Systeme wurden das Opfer einer Überlastung. Genervt warf Ike den neuen Baustellen einen halben Blick zu, konzentrierte sich aber sofort wieder auf seine Aufgabe.
»Du hast keine zwei Tage, nicht einmal zwei Minuten. Eigentlich brauchten wir die Jammer schon vor zwei Minuten!«
Die Rothaarige in ihrem knallbunten Space-Suit ließ ihr Schiff in einer unmöglich scheinenden Flugbahn wegkippen und die beiden NN-14 Neutron Cannons der Gladius Valiant schickten ihre Nächste Salve in die Unendlichkeit des Alls.
»Der Saftsack lässt nicht locker.« In Ryes Stimme schwang ein respektvoller Unterton mit. Der kleine Jäger war zwar schwer bewaffnet aber hier inmitten des Nirgendwo, war Feuerkraft das Eine, aber kleine Tanks das Andere. Der leistungsfähige Regulus-Generator machte den Jäger zwar ultra-schnell und seine geringe Größe machte ihn sogar noch wendiger als den ebenfalls flinken Starrunner, aber die Gladius war eindeutig ein Sprinter, während der Starrunner seinen Namen nicht umsonst trug. Und das Rennen zwischen beiden lief für den RaumjJäger inzwischen schon sicher in die Overtime.
Ein weiteres Manöver brachte die Space-Suits der Mercury-Besatzung an ihre Grenzen. Ike grunzte und hielt sich routiniert fest, als die hohen G-Kräfte ihm für einen Moment die Lichter ausknipsten und sogar Ryes Hände rutschten von den Steuerhebeln.
Automatisch übernahm iVetu, ihr Copilot und Bordschütze die Kontrolle. Als Xi’an konnte er beinahe das Doppelte an Beschleunigungskräften aushalten, wie seine menschlichen Kameraden, aber es wäre dem höflichen Alien niemals in den Sinn gekommen, diese Unzulänglichkeit seines Captains auch nur offensichtlich zu bemerken.
Als er sah, dass Rye wieder Herrin ihre Sinne war, übertrug er ungerührt die Flugkontrollen zurück und kümmerte sich um die Steuerung der Geschütztürme. Noch feuerte er nicht zurück, denn wie die ganze Besatzung versuchte er, den Schaden an Material und Leben bei Geschäftsgegnern stets in Grenzen zu halten. Der Feind von heute war mit Sicherheit der Auftraggeber von Morgen oder im nächsten Jahr, seinetwegen auch im nächsten Jahrzehnt. Als langlebiger Xi’an dachte er eben auch längerfristig.
Rye schenkte iVetu ein knappes dankbares Lächeln, aber das Alien gab mit keiner Regung seiner echsenartigen Gesichtszüge zu erkennen, dass er es überhaupt registriert hatte.
Sie ließ ihr Schiff so viel Gegenschub erzeugen, wie es auch für die menschliche Besatzung noch zu ertragen war und die schlanke Gladius schoss an ihnen vorbei und war schon zwei Sekunden später nicht mehr für das menschliche Auge zu erkennen.
»Ike, wie lange noch?«
»Hetzt mich nicht. Das ist Hadesianer-Technologie. Gemacht für viele Tentakel und so. Also hetzt mich nicht!«
Rye schüttelte ihren Kopf, überlegte sich gerade eine trockene und passende Antwort, als iVetu sie unterbrach, etwas, was er wirklich nur sehr selten tat und beinahe als schmerzhaft unhöflich empfand.
»Captain, darf ich Dein Augenmerk auf die Langreichweitenscanner lenken? Ich zähle mindestens zwölf Bogeys.«
Er durfte und Rye fluchte ausgiebig in einer Sprache, die schon fast vergessen war, als die Menschheit ihre ersten Schritte ins All unternommen hatte. »Sicíní cac mallach! Der Drecksack hat uns nur vor sich her getrieben und beinahe in einen Hinterhalt gejagt. Kein Wunder, dass er seinen Treibstoff so verballert hat, als gäbe es kein Morgen!«
Überall auf dem Display wechselten die neutralen blauen Zeichen in rote.
»Korrektur. Es sind definitiv Bandits. Sie schalten alles auf uns auf, was sie haben. Eines davon ist eine Vulcan, die von einer Idris flankiert wird.« iVetu würde nie sagen, dass er von Anfang an der Seriosität ihres neusten Auftraggebers Zweifel angemeldet hatte. Er war auch viel zu höflich, Rye daran zu erinnern, dass er geraten hatte zu warten, bis dieses angeblich Wunder bewirkende Hadesianergerät installiert und getestet war, bevor man neue, hochriskante Aufträge annahm. Doch seine Augen zuckten als Äquivalent zu einem menschlichen Besserwisserlächeln.
»Sie haben eine verdammte Fregatte auf uns angesetzt? Ich weiß, ein Deal ist ein Deal und niemals das Paket öffnen, aber was, beim Abyss, für Daten haben wir uns da nur andrehen lassen?«
»Sie hätten vielleicht das Doppelte fordern sollen, Captain?« , iVetu war zwar beunruhigt, aber noch nicht nahe genug an einer Panik, um sich diese kleine Spitze entgehen zu lassen.
»Nicht hilfreich, iVy, nicht hilfreich.« Doch dann stahl sich ein Grinsen auf ihre Lippen und sie rieb sich über das millimeterkurz geschnittene Haar.
»iVetu, Waffen deaktivieren. Alle. Fahr sie ganz runter.«
»Ike, lass die Jammer mal und lade die Booty Betties aus ihren Kisten und platziere sie an der Laderampe.«
Der Bordingenieur kniff ein Auge zusammen. »Du meinst die Minen von dem Nautilus, das wir neulich … gerettet haben?«
»Ja, genau. Es waren doch drei, oder?«
»Schon. Drei. Aber mit drei Minen werden wir keinen Teppich legen können, der einer Fregatte auch nur einen winzigen Kurswechsel abringen wird.«
Rye lachte. Wenn Ike nicht darauf kam, würden es diese eindimensional denken Systemsicherheitsidioten erst recht nicht.
»Keine Sorge. Wir greifen damit nicht die SysSecs an. Wir werden uns damit selbst hochjagen.«
»Ah, gut. Ich hatte schon Angst, Du würdest etwas total verrücktes machen, Captain!«, meinte IVetu trocken. Der Xi’an wünschte sich bisweilen genauso schwitzen zu können, wie die Menschen in diesem Schiff. Es roch zwar grauenhaft, aber es half den Primaten-Nachkömmlingen eindeutig, ihren Stress besser abzubauen. Ihm selbst blieb nur stoische Gelassenheit oder einen Teil seines hormongeschwängerten Speichels hier und jetzt loszuwerden.
»Also, Ike, hör zu, wir werden Folgendes machen …«

Der Bordingenieur fluchte, schimpfte und machte sich schließlich an die Arbeit, während Rye System um System des Schiffes abschaltete, bis sie hilflos im Nichts trieben und die Kälte des Alls bereits begann, sich ihren Weg durch die Außenhaut des Schiffes zu bahnen.
»Keine Panik, iVy, das klappt bestimmt.« Sie versuchte viel zuversichtlicher zu klingen, als sie war.
Doch der Xi’an war keine 213 Jahre alt geworden, weil er niemals gelernt hatte, die Menschen zu lesen. Rye hatte nicht nur vage Zweifel an ihrem Plan, sie rechnete fast sicher damit, dass er nicht aufging. Nur war sie zu stur, sich das selbst einzugestehen.
iVetu warf, zum ersten Mal auf diesem Schiff und in Gesellschaft von Menschen, seine Manieren über Bord und kotzte neben seinen Sitz, was seine Drüsen hergaben.
»Ich wäre dankbar, wenn Du kein Wort darüber verlierst, Captain.«, sagte er zu Rye endlich, als er sich genügend Erleichterung verschafft hatte.
Diese bestätigte feierlich: »Ich bin der festen Ansicht, dass es dazu auch rein gar nichts zu sagen gibt.«
Beide nickten sich zu.
»Ike, sind wir soweit?«
»Alles vorbereitet, aber Du weißt, dass es ein ganz furchtbar dummer Plan ist der noch furchtbarer schief gehen wird?«
»Klar. Und jetzt Countdown zum Öffnen der Ladeluke und zum Sprengen der Minen. Drückt uns die Daumen.«
Wer Daumen hatte, drückte, wer nicht, wünschte sich, er hätte welche.

Tom
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Re: Starrunner

Post by Tom » 04 Apr 2020, 18:11

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Schiffe:
Mercury Starrunner - kleines (Daten)Kurierschiff, extrem wendig, recht schnell und mit viel High-Tech, 3-6 Mann Besatzung
Geschwader 217 bestehend aus 5 Gladius Valiant- Raumjäger, Einsitzer

Rassen:
Menschen - Menschen eben
Xi'an - langlebige Alienrasse, seit einiger Zeit loser Frieden mit den Menschen

Personen:
Rye - Captain und Chefin einer kleiner Schmugglercrew; Mensch, weiblich
iVetu: Copilot und Bordschütze, Xi'an, männlich
Ike - Bord-Ingenieur, Mensch, männlich
Lt. Caspar – Leiter von Jagdgeschwader 217
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Kommunikationsprobleme

» Tango, Lima!«
Stille.
»Foxtrott, Breaker! Tango, Lima, oder ich erstatte Meldung!«, kam es aus dem auf laut gestellten Gefechtsfunk.
Rye grinste schief. »Foxtrott Breaker? Fabelhafte Begleitung?«
Der Xi’an wackelte zweifelnd mit dem Kopf. »Auf Remington sprechen sie Englisch, fürchte ich.«
»Fabulous Belle?«, riet der Captain des Starrunners und ignorierte weiterhin die Funksprüche ihrer Jägerunterstützung.
»Versuchs nochmal«, brummte Ike von hinten und justierte einige Werte der solchermaßen aufgepeppten Crusader-Thrusters, dass sie so gut wie nichts mit den Werksmodellen gemeinsam hatten.
»Tango, Lima. Tango, Lima, Tango, Li …«
Rye schaltete den Gefechtsfunk einfach ab. »Ich weiß ja, das sind keine Schmuggler und ja, ich weiß, Sys-Sec ist normalerweise nicht auf Schleichfahrt, aber Funkstille halten sollte doch nicht so schwer sein?«
Das Alien wackelte wieder mit seinem Kopf. »Ich glaube, Leutenant Casper ist der festen Ansicht, die Leitung dieses Einsatzes inne zu haben.«
»Echt? Wie kommt er darauf. Man hat uns wegen unserer Tricks angeheuert und sie bezahlen uns gut dafür. Warum sollte ausgerechnet der Mann, der uns hat entwischen lassen, nun das Kommando führen?«
Ike räusperte sich. »Mal im Ernst, Rye. Dass die Sache mit der Selbstzerstörung vorzutäuschen geklappt hat, war pures Glück. Ich habe fast einen Schlaganfall bekommen, als Du vor dem Sec-Oberkommando angegeben hast, das wäre nur eine von drei Assen gewesen, die wir für den Fall eines solchen Hinterhalts im Ärmel gehabt hätten. Unglaublich, dass sie uns das abgekauft haben. Und ich kann es schlicht nicht fassen, dass sie uns angeheuert haben, die geklauten Daten zurückzustehlen.«
Sein Captain zuckte grinsend die Schultern. »Es ist wie, iVetu immer sagt. Der Gegner von heute ist der Auftragsgeber von morgen.«
»Der Ingenieur seufzte und murmelte: »Eines Tages, fällt uns das noch mal gewaltig auf die Füße.«
Ryes Grinsen wurde noch breiter. »Bis dahin sind wir reich und berühmt.«
»Eher berüchtigt …«, ergänzte iVetu, während er den Gefechtsfunk wieder einschaltete.
»FUCKING BITCH! Melden Sie sich endlich oder ich lasse mein Geschwader das Feuer auf Sie eröffnen!«
Rye zeigte auf iVetu: »Ich hab‘s, Foxtrott Breaker steht für Fucking Bitch!«
Die Mine des Xi’ans blieb unbewegt: »Foxtrott, Breaker. Wir hatten einen kurzfristigen Ausfall der Lichtfunkanlage. Bestätigen, Tango, Lima.«
Auf dem Display erschien der Kopf des Leutenant und selbst mit Helm und Druckmaske konnte man die Wut in seinem Gesicht ablesen. »Sollte das noch einmal vorkommen, Foxtrott Breaker dann …«
Rye schaltete sich entschieden dazwischen. »Leutenant, es ist nicht meine Schuld, dass man sie degradiert hat und es ist auch nicht meine Schuld, dass Ihr Commander Ihnen die Alleinschuld für die Misere zugeschoben hat. Es war ein faires Rennen und wir waren einfach diesmal die Schlaueren. Sehen Sie es doch einfach als Lektion: Auf diesen Trick fallen sie nie wieder rein. Zudem, Sie wissen nun, was wir draufhaben. Wenn wir sagen, wir holen Ihnen die Daten zurück, dann machen wir das auch. Aber das wird nicht klappen, wenn sie nicht sofort aufhören mit Ihrem Gejammer unsre Gegner vorzuwarnen, aus welcher Richtung wir kommen.«
Es war schweres Atmen zu hören und dem SysSec-Piloten lag eine harsche Erwiderung auf den Lippen, doch die Schmugglerin kam ihm zuvor: »Glauben Sie wirklich, die rechnen nicht damit, dass jemand kommen wird die Daten zurückzuholen, bevor die sie entschlüsselt haben. Glauben sie das echt? Sie glauben wirklich, die rechnen nicht mit unsrem Besuch?«
Kreative Flüche erfüllten sekundenlang den Gefechtsfunk.
Rye wartet geduldig, bis dem Leutenant die Kraftausdrücke ausgingen. »Gar nicht übel, für einen Festangestellten. Sie gäben einen guten Schmuggler ab. Und nun schlage ich wirklich vor, wir halten die geplante Funkstille ein, bis wir entweder im toten Winkel des Asteroiden sind oder wir Bandits gegen uns haben.«
»Halten Sie einfach den Kanal offen, Foxtrott Breaker. Bitte …«, fügte er leise knirschend hinzu.
»Klar, machen wir doch gerne. Fabulous Belle, Ende.«

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